Miskito-Indianer in Nicaragua - Homepage Ulrich Epperlein

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ULRICH EPPERLEIN

Herrnhuter Missionshilfe, Bad Boll
 

 

 

Freiwilligendienst in Bilwi, Nicaragua

Waldemar (Vlad) Lux Waldemar (Vlad) Lux: Kurz zu meiner Person

Meine Geschichte

Mein Name ist Waldemar Lux. Ich bin 23 Jahre alt und habe einen festen Wohnsitz in Ilvesheim (Baden). Ich wurde jedoch in Russland geboren und kam erst mit 16 Jahren zusammen mit meiner Mutter nach Deutschland.

Meine erste Schule war das Ludwig-Frank-Sportgymnasium in Mannheim. Über dieses Gymnasium kam ich zum Leichtathletik Verein MTG, wo ich mich zwei Jahre lang engagierte. Nach der Mittelstufen-Reifenprüfung wechselte ich auf das Friedrich-List-Wirschaftsgymnasium, weil ich mich bis dahin viel für Volkswirtschaft interessiert hatte. Doch die ersten zwei Jahre von BWL- und VWL-Unterricht auf dem Wirtschaftsgymnasium veränderten meine Interessenschwerpunkte fundamental, ich wollte keine Wirtschaft mehr studieren, sondern mehr etwas in der sozialen Richtung machen. Ich engagierte mich bei der Schüler-und Abi-Zeitung "C6" als Layouter und Chefredakteur, und als Abifach wählte ich als einziger Mann Kunst.

Der Zivildienst in Deutschland hatte für mich keinen besonderen Anreiz, ich wusste, dass ich mein Potential in einem Dritten Land viel effektiver einbringen könnte. Ein Jahr vor dem Abi suchte ich nach einer Möglichkeit, meinen Zivildienst im Ausland zu leisten. Über eine gute Freundin traf ich auf den evangelischen Pfarrer Ulrich Epperlein, der früher jahrelang in Zentralamerika gelebt und gearbeitet hatte. Ich erzählte ihm von meinem Vorhaben und Interesse an Nicaragua. Er fand die Idee gut, und da es bis dahin von der evangelischen Landeskirche keine Zivildienstellen in Nicaragua gegeben hatte, machte er es sich zur Aufgabe dies zu ändern. Leider war die Zivildienstelle nach meinem Abi immer noch nicht bereit, ich verpasste die allgemein gültigen Bewerbungsfristen an der Uni und konnte damals das von mir gewünschte Soziologiestudium nicht beginnen. Daraufhin schrieb ich mich einfach für das Studium Mathematik-Informatik ein und studierte das Fach zwei ganze Semester. Inzwischen wurden zwei neue Zivildienststellen gebildet und Ulrich hatte mich in die Gruppe von Freiwilligen von der evangelischen Landeskirche vermittelt, die jährlich mit dem ökumenischen Friedensdienst ins Ausland versandt werden.

Auf diese Weise lernte ich auch zum ersten Mal meinen Hausmitbewohner in Nicaragua, Sebastian kennen, der bereits in der Gruppe von den ausgewählten Freiwilligen war.

Warum halte ich den anderen Dienst im Ausland für so wichtig?

Interkultureller Austausch

Deutschland und Nicaragua sind zwei Länder mit total unterschiedlichen Kulturen, Mentalitäten und Sprachen. Der augenfällige Unterschied liegt aber in den stark verschiedenen Entwicklungsniveaus. Deutschland ist ein Industrie- bzw. Dienstleistungsland, während es sich bei Nicaragua um ein Dritte-Welt-Land handelt, ausserdem ist es das ärmste Land in der Zentralamerika.

Die meisten Menschen in Bilwi, wo ich gerade meinen Friedensdienst leiste, wissen nicht einmal dass Deutschland auf einem anderen Kontinent liegt, schon ganz zu schweigen davon, wer Deutsche sind: wie sie aussehen, was sie essen, was sie machen und wie sie ihre Freizeit verbringen. Einige hatten die Gelegenheit gehabt, einem/er oder zwei Deutschen zu begegnen. Doch blieb für sie meist nur ein verzerrtes Bild von der deutschen Kultur zurück. Aber was soll man auch sonst erwarten, wenn für sie die gesamte Vorstellung von Deutschland nur durch die eine deutsche Rockband Rammstein verkörpert wird. Ich als Freiwilliger sehe es also als meinen Auftrag an, diesem verzerrten Bild mehr Klarheit zu geben, indem ich den Menschen von der deutschen Kultur erzähle. Sie werden wiederum versuchen, mir ihre eigene Kultur näher zu bringen und mir helfen zu lernen, sich in ihrem Land zu orientieren und mit den neuen Lebenskonditionen zu adoptieren. Das beinhaltet auch, dass man die Sprachen lernt bzw. vermittelt, die in jeweiligen Land gesprochen werden.

Nach meiner bisherigen Erfahrung in Nicaragua sind die Menschen dort sehr offen und wissbegierig, jedoch auf ihre Art und Weise. Aufgrund der großen Unterschiede im Bildungssystemen der beiden Länder, können die Menschen dort eventuell nicht gleich so schnell und so viel lernen bzw. Information verarbeiten wie die in Deutschland. Auch darin glaube ich helfen zu können, indem ich die Vorteile des deutschen Bildungssystems in Form von diversen Lern- und Arbeitsmethoden sowie Präsentationswegen aufzeige und vermittle.

Zum allgemeinen Ausgleich in der Welt beitragen

Der menschliche Egoismus hat die Welt total aus der Balance gebracht. Während die einen sich darüber Sorgen machen wie sie ihre Macht und Vermögen noch mehr sichern können, müssen die anderen jeden Tag hart arbeiten, nur um sich und seine Kinder Verpflegen zu können.

Die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt verschärft sich kontinuierlich und lässt den Menschen in den Begegnungen mit der Aussenwelt sich völlig verstricken. In dem Wunsch die eigenen materiellen Träume erreichen zu können bringt er sich in einen ewigen Kreislauf von Gewinnen und Verlieren, Liebe und Hass, Freude und Trauer, Wohlsein und Schmerz. Er vergisst, dass er nur einen winzigen Teil von einem Ganzen darstellt, dessen Tun und Handeln jedoch große Auswirkungen auf den Rest haben können. So entstehen viele zwischenmenschliche Konflikte und andere Probleme, die den Weltfrieden gefährden.

Ich ging für ein Jahr nach Nicaragua, weil ich glaube zumindest einen kleinen Beitrag zum Weltfrieden leisten zu können.

Perspektive wechseln

Ich versuche in meinem Leben immer so offen wie möglich zu sein. Um dies sein zu können, muss ich lernen verschiedene Perspektiven von Dingen zu sehen und zu denen wechseln zu können. Dadurch vermeide ich, dass ich mich für eine lange Zeit in nur einer Sichtweise verfahre. Ausserdem kann ich dadurch mehr lernen und mein inneres Bewusstsein stärken.

In Deutschland beobachte ich eine Gesellschaft, in der das Individuum unter dem gesellschaftlichen Druck immer mehr mit der allgemeinen Masse verschmilzt. Man wird bereits als Kind in eine feste gesellschaftliche Struktur mit allen Normen und Regeln integriert. Sobald man dann erwachsen geworden ist, denkt man nicht mehr daran, über diese gesellschaftliche Ordnung hinwegzusehen, in der man aufgewachsen wurde. Die Gesellschaft prägt aber uns nur einer bestimmten Richtung, die in einer anderen Gesellschaft wieder anders sein könnte. Somit ist alles, was wir in einer Gesellschaft lernen und leben, relativ. Es hätte in einer anderen gesellschaftlichen Ordnung eventuell keine Gültigkeit mehr. Doch um diese Relativität des erworbenen Wissens und Denkens erkennen zu können, sollte man die Möglichkeit haben in eine andere Gesellschaft und somit andere Sichtweise einzutauchen. Solch eine Möglichkeit trägt der ökumenische Friedensdienst im Ausland mit sich.

Waldemar (Vlad) Lux, März 2005

Eigene Internet-Adresse:

www.portaldeswissens.de

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