Nachrichten aus der 'Iglesia Morava'
Die Entwicklung der Gaben
In der Iglesia Morava in Nicaragua kommt es immer
mehr auf den Einsatz der Mitglieder an, besonders der Frauen. Für sie gibt es
eine spezielle Ausbildung.
Die Beteiligung der Gemeindeglieder in der Brüderkirche
von Nicaragua ist traditionell sehr ausgeprägt. Aber durch die zunehmende
Abwanderung der Indianer in die zentralen, sich urbanisierenden Orte wird sie
teilweise geschwächt.
Nach wie vor sind sie in den Gottesdiensten
sehr stark an der Liturgie beteiligt; nach wie vor treffen die consejos de
ancianos (Ältesten-, Kirchgemeinderäte) alle wesentlichen Entscheidungen in
der Gemeinde; nach wie vor spielen die bekennenden Gemeindeglieder in der
Dorfgemeinschaft in allen sozialen, wirtschaftlichen und politischen Belangen
eine wichtige Rolle und übernehmen immer wieder leitende Rollen.
Die theologische Ausbildung in verschiedenen
Seminaren und Universitäten Zentralamerikas sowie im wieder eröffneten eigenen
Seminar der Brüdergemeine in Bilwi (Puerto Cabezas) hat sich stark verbessert.
Das hat zur Professionalisierung der Pfarrerschaft beigetragen und gleichzeitig
zum Zurückdrängen der Laienbeteiligung, auch in den leitenden Funktionen der
Kirche. Zugleich wird es immer schwieriger, dass gut ausgebildete Theologen in ländlichen
und abgelegenen Gemeinden Dienst tun, etwa im Minengebiet oder am Rio Wangki
(Rio Coco). Gründe dafür sind die unzureichende Bezahlung, miserable
Gesundheitsversorgung sowie fehlende Schul- und Weiterbildungsmöglichkeiten.
Dies wiederum bringt zum einen immer mehr Vakanzen
mit sich, zum anderen die Beteiligung von Laien in der pastoralen Arbeit
(Gottesdienste, Seelsorge). Insbesondere die Frauen werden in steigen. dem Maße
herangezogen.
Gezielte Ausbildung von Laien
Das Theologische Seminar hat diesen Trend
aufgenommen und sich in der Ausbildung vermehrt der theologischen,
organisatorischen und administrativen Ausbildung von Laien zugewandt.
In dezentralen Kursen wurden in den letzten vier
Jahren besonders die Mayangnas gefördert, eine Indianergruppe im schwer zugänglichen
Minengebiet im Landesinnern. Ziel ist es, Christen auf die verschiedenen
Aufgaben in der Gemeinde vorzubereiten und sie besser zu qualifizieren.
Zunehmend sind das Frauen, wobei dies in der
Tradition der Mayangnas zum ersten Mal so massiv geschieht.
Seit 2002 werden hundertfünfzig Frauen aus allen Regionen der Karibikküste für
die Mitarbeit und leitende Aufgaben in den Gemeinden ausgebildet, dazu in den für
die Kommune wichtigen Bereichen. Das umfasst Organisation, Verwaltung, ökologische,
anthropologische und historische Kenntnisse auf der einen Seite, biblische,
liturgische, manuelle und musische Fähigkeiten auf der anderen. Damit wird ganz
gezielt die Mitarbeit der Gemeindeglieder gestärkt. Sie werden inhaltlich und
organisatorisch sehr gut für die besonderen Verhältnisse an der Karibikküste
vorbereitet. Darüber hinaus ist dies ein Dienst der Kirche für die Entwicklung
und Stärkung der Kommunen.
Fotos und Text: Ulrich Epperlein
"daheim und draußen"
Herrnhuter Missionshilfe 2/2004
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