Miskito-Indianer in Nicaragua - Homepage Ulrich Epperlein

zurück zur Inhaltsübersicht nächste Seite

WILLKOMMEN
Inhaltsübersicht

NACHRICHTEN
Politik
Grenzkonflikte

Umwelt

Naturkatastrophen

Drogen

Kriminalität

Gesundheit

Land
Armut

Persönl. Nachrichten

BRÜDERGEMEINE IN DER MOSQUITIA

ETHNIEN IN DER MOSQUITIA
Mayangnas | Miskitos

DOKUMENTATION

KARTEN UND DATEN

BILDERSEITEN

FRIEDENSDIENST IN NICARAGUA

ULRICH EPPERLEIN

Herrnhuter Missionshilfe, Bad Boll
 

 

 

Nachrichten aus der Mosquitia

Email vom Freitag, 13. September  2006 -- Reise in die Moskitia (8)

Seguridad - Sicherheit

Heute weltweit einer der wichtigsten "Werte". In Zentralamerika (CA) traditionell ein Schlüssel der Politik, wie sie von den USA über hundert Jahre verfolgt wurde. In den 70iger und 80iger Jahren war der Begriff beschränkt auf "Ordnung" (orden) und Kontrolle durch den Staat (control del Estado). Oft war es ein Konzept, das über die Rechte der Menschen und ihre Freiheit, die Menschenrechte also und die Erhaltung der Umwelt sowie den Unterhalt der Menschen gestellt wurde.

Seit den Verträgen von Esquipulas II (1987) und Fortschritten in den demokratischen Prozessen ist eine Abschwächung dieses eingeengten Konzepts zu beobachten und gleichzeitig grösseres Interesse an der nationalen Versöhnung und der Beteiligung der Bürger.

Andererseits wurde die Debatte mit den Ereignissen vom 11.9.2001 zwischen den beiden Positionen wieder aufgenommen. Gerade in CA wird die Position mit Vehemenz verfochten, dass es bei der "Sicherheit" ganz wesentlich um die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Völker geht. Die Menschenrechte fordern als Basis ein Leben, das das die vollständige Entwicklung des Menschen garantiert (und nicht einschränkt auf Kosten anderer Prämissen).

Die Sicherheit eines Menschen ist nicht garantiert, wenn sein Alltag durch Armut, Arbeitslosigkeit, fehlende Bildung und medizinische Versorgung bestimmt ist. Die politischen Rechte sind also eng mit den bürgerlichen verknüpft, also wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung.

Ein menschenwürdiges Leben kann sich nur entwickeln, wenn es nicht von Armut, Verzweiflung bestimmt ist, sondern von Gleichheit in den Möglichkeiten zum Leben, um seine menschlichen Fähigkeiten voll entwickeln zu können.

Während der Reise fiel mir diesmal die Häufigkeit des Bettelns auf allen Ebenen auf. Von den Verantwortlichen der Kirche und säkularer Einrichtungen über Leute, denen wir irgendwo begegneten, uns sahen und um Geld, Kleider etc. baten. Pfarrer wegen ihres Pfarrhauses, wegen des Kirchenbaus, wegen des Studiums ihrer Kinder. Freunde, die in irgendeine finanzielle Krise geraten sind.

Ernst genommen: 

Das Leben der Menschen hier ist zutiefst bedroht. 

Die menschliche Sicherheit und Entwicklung sind zwei Seiten derselben Medaille.

Es sind etwa 17 Jahre seit der Ausrufung der Autonomie der Atlantikküste Nicaraguas vergangen. Die Verankerung in der Verfassung hat aber bisher nicht zur Folge: die konkrete Verwirklichung der Menschenrechte und der Autonomie für die Bevölkerung. Mit anderen Worten: Es bisher nicht gelungen entscheidende Schritte in Richtung der Garantie der "menschlichen Sicherheit" und einer "Kultur des Friedens" in der Karibikküste zu gehen.

Themen dazu sind:

  1. Landfrage (tierra de las comunidades)

  2. Schaffung von Arbeitsplätzen, Minimum von Infrastruktur wie Strassen; Garantie von Bildung und medizinischer Versorgung, v.a. in den weit abgelegenen Gebieten

  3. Den Ausschluss der Costeños aus den verschiedenen politischen, wirtschaftlichen, kulturellen Instanzen und Einrichtung auf nationaler Ebene bekämpfen.

  4. Die Umsetzung des Autonomiestatus, z.B. in juristischen Fakultäten des Landes. 

 

Ulrich Epperlein, Bilwi, 13.9.2006

   Reiseberichte aus der Moskitia (August und September 2006):  
1
| 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8

 

zurück zur Inhaltsübersicht nach oben nächste Seite

 Copyright und Impressum   

Ulrich Epperlein, Ichenheim 2000-2010 | www.miskito-nicaragua.de |  Webdesign:  , 06.06.2010